Impulsfragen und -antworten zur liberalen Bürgergesellschaft

Hier einige Anregungen – Kommentare und Verbesserungen erbeten 

1. Was meinen Liberale eigentlich mit “Bürgergesellschaft”, und was nicht?

Eine Gesellschaft von ‘Vollbürgern’, die sich Mitwirkungsmöglichkeiten und Pflichten innerhalb der Gemeinschaft bewußt sind. Liberale Bürgergesellschaft stellt damit ein aus ‘Individualismus’ und ‘Kommunitarismus’ zusammengesetztes Konzept dar. Sie ist sich der Ambivalenz dieser teilweise opponierenden, teilweise voneinander abhängigen Paradigmen bewusst. Bürgergesellschaft heißt politische Subsidiarität in ihrer vollen ‘Radikalität’. Sie setzt die ‘Sinnhaftigkeit’ der Entscheidungsebene ggf. sogar vor pragmatisch-utilitaristische Begründungen von Entscheidungsfindung.Liberale sprechen sich deutlich gegen ‘ideologisch-partizipatorische’ Systeme aus. Wenn Teilhabe am politischen System und Geschehen nur als ideologischer Überbau fungiert, wird Demokratie zu Autokratie.  

2.Wie organisieren oder fördern wir die Bürgergesellschaft?

Die Frage nach exogener Organisation der Bürgergesellschaft ist im Ansatz paradox. Eines ihrer zentralen Merkmale liegt in der Stärke der Selbstorganisation (so zu sagen: ‘ex nihil’). Gleichsam muss eine moderne komplexe Gesellschaft, die (aller politischen Ideologie zum Trotz zum Glück) auf Individualismus beruht, Anstöße für die Entwicklung bürgergesellschaftlicher Strukturen in besitmmten Umfeldern, in präferiertem Ausmaß…etc. geben. Idealerweise nutzt sie diese nicht aussschließlich als Problemvermeidungs- oder -behebungsmechanismen. Ein ‘progressiver’ Ansatz des ‘Empowerment’ der Bürger erlaubt es dem Staat, sich auf die wirklich wichtigen, einfacher kollektiv als individuell (oder kommunitär) zur regelnden Aufgaben zu konzentrieren. 

NICHT DURCH GUTSCHEINSYSTEME!  / Ausschließliche Stärkung von Ehrenamt

3.Welche Aufgaben sozialer Organisation kann sie erfüllen/ wo liegen ihre Grenzen? 

Eine entscheidende Frage für den europäischen Liberalismus ist, ob die Bürgergesellschaft für die Bereitstellung eines ‘sozialen Fallnetzes’ herangezogen werden kann. Libertäre Ansätze würden dies ggf. bejahen, sozial-liberale Denkrichtungen negieren dies vehement. Die Frage nach der Reichweite der Bürgergesellschaft kann auch die Frage nach der Reichweite des ihr ggf. opponierenden bzw. des sie ersetzenden Staatswesens sein.  

4. Sind die Wiesbadener Grundsätze der FDP noch aktuell?

 

Seit 1987 hat sich viel getan. Gerade Faktoren wie eine globalisierte Welt und eine aufkommende Generation von ‘social entrepreneurs’ müssen sich ebenso in einer neuen Position finden, wie die neuen Herausforderungen, die diese Welt an die Menschen stellt. Auch Lösungsmechanismen haben vor dem Hintergrund technischer Entwicklung und daraus entstehender sozialer Veränderung drastische Transformationen erfahren.

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