Einige Arbeitsergebnisse des 2. Heidelberger Gesprächs zur liberalen Bürgergesellschaft

Humanistischer Liberalismus in der Bürgergesellschaft

Ode an die Freiheit 

Deine Zauber binden wieder,
Was die Mode streng geteilt;
Alle Menschen werden Bürger,
Wo dein sanfter Flügel weilt.

         frei nach: Beethoven, Ludwig van: Ode an die Freude

Einige Ideen zu einer neuen liberalen Programmatik im Entwurf 

Die Zielsetzung eines humanistischen Liberalismus besteht darin, allen Menschen ein glückliches und zufriedenes Leben zu ermöglichen. Zufriedenheit benennt einen andauernden Zustand der Glücklichkeit und persönlichen Ausgeglichenheit. Diese Ziele lassen sich nicht durch universelle Heilspläne und Ideologien sondern nur durch selbst bestimmtes, erfolgreiches Handeln des Menschen in der Gesellschaft erreichen. Der Mensch steht immer in Beziehung zu anderen Menschen – in Gemeinschaften in die er hinein geboren oder -sozialisiert wird und in Gesellschaften, in der er auf Basis persönlicher Entscheidungen “Fremden” (nicht zu seinen Gemeinschaften gehörigen Menschen) begegnet. Der Mensch ist ein zoon politikon; menschliches Zusammenleben ist immer Politik. Ein humanistischer Liberalismus muss dem Rechnung tragen und Handlungsanleitungen zur politischen Verständigung zwischen Menschen geben.

Schaubild Neuer Liberalismus in 4 Schritten 

Zwischenmenschliche Beziehungen müssen frei von struktureller Gewalt, ergo: demokratisch sein. Diesen Anspruch verwirklichende soziale Prozesse nennen wir Liberale die Bürgergesellschaft. Bürger sind alle Menschen, die die Chancen annehmen, ihr Leben selbstständig und – wo ihnen möglich – selbstverantwortlich in einer Gesellschaft zu gestalten. Sie allein können entscheiden, welcher Lebensweg sie glücklich macht. Hierfür ist das Gebot der Rücksichtnahme und des Respekts gegenüber dem Nächsten jedoch immer die notwendige Bedingung.

Gesellschaften sind soziale Prozesse. Sie befinden sich in ständigem Wandel und haben hierdurch hochgradiges Potential für Selbstreflektion (“Feedback”) und Selbstkorrektur. Prozesse gesellschaftlicher Interaktion und gesellschaftlichen Wandels müssen immer das Gebot der pluralistischen Demokratie erfüllen.

Selbstbestimmung und Selbstverantwortung sind nur möglich auf der Basis ausgedehnter positiver Freiheitsrechte. Deren Bereitstellung muss die Bürgergesellschaft – und wo nötig der Staat – gewährleisten. Unter anderem sind diese:

 

  • Bildung in einem möglichst breiten Sinn (Spitzentechnologie und kulturell-ästhetische Ausbildung)
  • Rechts- und Erwartungssicherheit und -gleichheit
  • Chancen auf Teilhabe des Menschen an der Bürgergesellschaft
  • [Weitere einfügen]

 

Auf Basis einer sich so organisierenden Gesellschaft richten sich auch ‘andere’ Sphären menschlichen Zusammenlebens – Markt, Staat, Privates [???] effizient, konfliktarm und nachhaltig aus. Die Bürgergesellschaft wird somit zur Basis menschlichen Zusammenlebens und zum Sinnesinhalt menschlicher Existenz an sich.

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